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AbL-Versammlung

Is des wohr ?

 

27.01.2010

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wohr is !

Stellungnahme der AbL-Bayern für die Zukunftskommission

Landwirtschaft

Reit, 31.10.2009

Im Anhang findet Ihr die Stellungsnahme der AbL-Bayern für die Zukunftskommission Landwirtschaft


E I N L A D U N G

zur Jahresmitgliederversammlung 2010

der AbL-Bayern

am Sonntag, 31. Januar 2010, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr

beim Wirth z' Moosham, im Landgasthof Kürzeder, Isener Str. 4,
83527 Kirchdorf in Obb. Tel.: 08072/95820
(zwischen Haag und Dorfen)


Tagesordnung:

10 Uhr: Eröffnung und Begrüßung,

"Weltagrarbericht: radikale Umkehr ist nötig und möglich !"

mit Benedikt Haerlin,
Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Anschließende Diskussion

12.30 - 13.30 Uhr: Mittagessen

13.30 Uhr: AbL-Mitgliederversammlung


Tagesordnung:

1. Begrüßung
2. Jahresrückblick mit Aussprache

3. Finanzbericht mit Aussprache

4. Bericht der Rechnungsprüfer,
Entlastung des Vorstands

5. Neuwahlen

6. Wünsche und Anträge,

Schluss 16:00 Uhr

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Im Anhang findet Ihr die Stellungsnahme der AbL-Bayern für die Zukunftskommission Landwirtschaft
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"Weltagrarbericht: radikale Umkehr ist nötig und möglich !"

Noch nie haben so viele Menschen auf dieser Erde gehungert wie heute. Die neueste Schätzung der Welternährungsorganisation FAO spricht von 963 Millionen Menschen, über ein Siebtel der Weltbevölkerung, die nicht genug zu essen haben, um ein gesundes und aktives Leben zu führen. Sie vegetieren und sterben in einer Welt der Überproduktion und Verschwendung. Ein anderes Siebtel der Menschheit leidet unter krankhaftem Übergewicht durch Fehlernährung. Produktion, Verarbeitung, Transport und Verteilung von Lebensmitteln ist für mehr als ein Drittel unserer Klimagas-Emissionen verantwortlich. Rund 30 Prozent dieser Lebensmittel werfen wir in Europa einfach weg, in den USA sollen es gar 50 Prozent sein. An einem Ausstieg aus diesem Wahnsinn führt kein Weg vorbei. Der Weltagrarbericht der UNO und Weltbank, der dieser Tage offiziell erscheint, weist Wege aus diesem Wahnsinn. Doch wer will sie hören?
Für kurze Zeit ging damals ein Alarmruf durch die Medien, den über 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt im Auftrag der UNO und der Weltbank verfaßt hatten, der sogenannte Weltagrarbericht (IAASTD). "Business as usual is not an option!" - Weiter so wie bisher geht nicht, war ihre einfache Botschaft. Wir müssen unsere Klima-Emissionen reduzieren, uns der bereits unvermeidlichen Erwärmung anpassen, unsere bedrohten Ressourcen an lebendiger Vielfalt, Wasser und Boden erhalten; auch wenn wir im Jahre 2050 9 Milliarden Erdenbürger sein werden. Das geht nur, wenn jetzt eine radikale Wende unserer Agrar-, Handels-, Entwicklungs- und Forschungspolitik beginnt und wir zudem unsere ebenso ungesunden wie verwahrlosten Ernährungsgewohnheiten ändern.
Sechzig Regierungen hatten den Bericht im April in Johannesburg verabschiedet. Ein Hoffnungsschimmer der Vernunft? Schon beim Ernährungs-Krisengipfel der FAO im Juni kamen daran Zweifel auf. Ein wenig mehr akute Hungerhilfe, generelle Apelle, um den Dissens zum Agrarsprit zu verdecken und ansonsten der Ruf nach mehr von dem, was bisher nichts gefruchtet hat: Dünger, Pestizide, Industrialisierung der Landwirtschaft, Weltmarkt, Bauernsterben.
Die einfache Wahrheit, dass es nicht darauf ankommt, mehr zu produzieren, sondern gesunde Lebensmittel zu lokal erschwinglichen und gesellschaftlich wie ökologisch vertretbaren Preisen da herzustellen, wo sie gebraucht werden, scheint den Herren über Hunger und Weltmarkt bis heute ein Gräuel. Bis Effizienz als Maßstab der Nachhaltigkeit, Gesundheit als Ziel der Ernährung und Gerechtigkeit als Grundlage des Geschäftes mit dem Essen tatsächlich anerkannt werden ist es noch immer ein langer Weg.
Die Wende ist unvermeidlich. Je früher wir damit beginnen, desto weniger Menschen müssen bis dahin hungern, desto besser sind die Chancen künftiger Generationen und desto eher können wir ihre Frucht ernten - sie werden uns besser schmecken als das reale und das politische Junk-Food von heute.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Beantwortung Ihres umfangreichen Fragenrasters, möchten wir im Vorwort unsere

Verwunderung zum Ausdruck bringen, welche große Bedeutung die Bereiche

Lebensmittelkonsum , Markt- und Ernhrungswirtschaft einnehmen. Unsere Mitarbeit in der

Zukunftskommission war mit der Vorstellung einer kritischen Aufarbeitung von

Fehlentwicklungen in der Agrarpolitik und einem konstruktiven Streiten um den richtigen

Weg für eine zukunftsfähige Landwirtschaft unserer bayrischen Hfe verbunden.

Aus diesem Grund haben wir im nachfolgenden nur zu den Punkten Stellung genommen, die

uns aus bäuerlicher Sicht wichtig erscheinen.

3. Stärken und Schwächen der Landwirtschaft in der Ausbildung/

Weiterbildung

Noch immer sind u. E. die Lehrausbildung und Qualifizierungsangebote zu sehr auf

agrarindustrielle Produktionsweisen, die vorgeblichen Erfordernisse von Weltmarkt und

Wachstumslogik ausgerichtet und lassen die Aspekte von Nachhaltigkeit, Qualitt und

Buerlichkeit vermissen.

Die in den Schulen zu oft propagierte Technisierung und Mengensteigerung führen nicht

selten zu existenzbedrohender Verschuldung und einer überfordernden Arbeitsbelastung.

Der insbesondere in der Weiterbildung vielfach vermittelte Konkurrenzgedanke des

„Wachsen oder weichen, einer muss aufgeben, damit der andere wachsen kann“ ist gerade für

eine solidarische Dorfgemeinschaft und das friedliche Zusammenleben auf den Dörfern

extrem destruktiv.

6. Notwendige Veränderungen in der Landwirtschaft

in der Ausbildung/ Weiterbildung

Bei den Auszubildenden sollte ein respektvolles Miteinander von großen und kleinen

Betrieben unterstützt und gefördert werden

Bäuerliche Wirtschaftsweisen vermitteln statt einseitiger Propagierung von

Intensivierungs- , Technisierungs- und Spezialisierungsstrategien

Vermittlung der Fähigkeit, die eigene, individuelle Lösung stricken zu können, die

Stärkung der Selbstkompetenz

Gutes Beispiel aus Österreich: Kombination der landwirtschaftlichen Lehre mit einem

weiteren Ausbildungsberuf (Metall- oder Holzverarbeitung, Tourismus,

Arbeitsgemeinschaft

bäuerliche

Landwirtschaft e.V.

Landesverband Bayern

Geschftsstelle

Reit 17

84508 Burgkirchen

Pferdewirtschaft). Sie trägt damit der zunehmenden Zahl an diversifizierten Betrieben

mit zweitem oder drittem Standbein Rechnung bzw. versucht, den Auszubildenden die

Kenntnisse für diverse Einkommensergänzungen zu vermitteln nach dem Grundsatz

„Vielfalt statt Wachstum“

Intensive Vermittlung der Themenbereiche Nachhaltige Bodengesundheit und

Humusaufbau

Intensive Vermittlung der Themenbereiche Natur- und Umweltschutz, Gewässerschutz,

Biotopschutz etc.

Ausgewogenere Besetzung des Berufsbildungsausschu am BaySTMELF,

verantwortlich fr die Praxisinhalte der Ausbildung nicht nur mit Vertretern des

Bauernverbandes, sondern auch der anderen bäuerlichen Interessensgruppen

Einbindung/Anhörung auch der Vertreter der anderen buerlichen Interessensgruppen bei

der Bestimmung der Lehrpläne der Schulen durch das Kultusministerium (Ausbildung)

und das Landwirtschaftsministerium (Weiterbildung, Meisterkurse etc.)

Kein Unterrichtsmaterial von Seiten der Agro-Industrie – Unabähngigkeit waren

7. Welchen gesellschaftlichen Anforderungen muss die Land- und

Ernährungswirtschaft in Zukunft in besonderer Weise entsprechen ?

Kriterien für eine klimaschonende Landwirtschaft

Bei der Diskussion über den Klimawandel sind sich alle einig, dass die Landwirtschaft in Zukunft mit

am Stärksten unter den Auswirkungen zu leiden hat.

Bei den Maßnahmen zum Klimaschutz, die die Politik zur Zeit überlegt, kommt die Land- und

Ernährungswirtschaft so gut wie berhaupt nicht vor.

Wir von der AbL haben Kriterien fr eine "Klimaschonende Landwirtschaft", die so weit als möglich

wissenschaftlich fundiert sind, zusammen gestellt:

1. Aufbau und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit - Mehrgliedrige Fruchtfolgen, Mischfrucht und

Gründüngung erhöhen bzw. erhalten einen hohen Humusgehalt und binden damit CO2.

2. Stickstoffversorgung der Pflanzen erfolgt ausschlielich aus natürlicher regionaler Erzeugung

durch Leguminosen, Gründngung, Mist, Jauche, Glle und Kompost.

( Die Erzeugung von einer Tonne künstlichen Stickstoffdünger benötigt die Energie von einer Tonne Rohöl)

3. Verwendung ausschlielich regional erzeugter Futtermittel - Importsoja wird unter Verwendung von Gentechnik oder durch massive Zerstrung der Regenwlder erzeugt, dazu kommt die hohe CO2-

Belastung durch die weiten Transportwege

4. Milch- und Fleischerzeugung mit Zweinutzungsrassen oder Zucht auf Lebensleistung und hoher Grundfutterleistung - Bei Hochleistungs-Milchkühen und der dann notwendigen Fleischerzeugung mit Mutterkühen ist die Umweltbelastung gegenber den Zweinutzungsrassen (Milch und Fleisch) wesentlich höher. Ingesamt können mit Zweinutzungsrassen 16 Prozent Methan, 32 Prozent Stickstoff und 32 Prozent Phosphor eingespart werden.

5. Ziel ist es, die gesamte auf dem Betrieb benötigte Energie selbst zu erzeugen oder aus regionalen erneuerbaren Quellen zu beziehen. Die benötigte Energie muss sparsam und effizient eingesetzt werden.

6. Künftige zukunftsfähige Landwirtschaft kann sich nur daran messen, wieviel Energieaufwand für die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse nötig ist.

Die Halbzeitbewertung der EU-Agrarreform wäre eine gute Gelegenheit, die EU- Agrarpolitik den neuen Erfordernissen anzupassen.

Erhalt von Dauergrünland:

Die Weide – Gut für Mensch, Tier und Natur

Viele Jahrzehnte lang war die Weidehaltung in Deutschland stark auf dem Rückzug.

Die bei uns übliche Portionsweide war sehr arbeitsintensiv, deshalb haben immer mehr

Bauern auf Stallfütterung und in letzter Zeit vermehrt auf die Verfütterung von Silage auch im

Sommer umgestellt.

In den wichtigen Milcherzeugerländern wie Neuseeland, USA und Irland kehren nun immer

mehr Milchviehhalter zur Weidehaltung zurück. In der Schweiz hat vor allem Prof. Thomet

die Weidehaltung durch die Entwicklung eines neuen Weidesystems der sogenannten

„Kurzrasenweide“, stark gefördert.

Ziel dieses Weidesystems, das auch als intensive Standweide bezeichnet wird, ist es die

Milch direkt aus Gras und Klee zu gewinnen, weil Gras und Klee das mit Abstand

wirtschaftlichste Futter ist, verglichen mit Heu und Silage und erst recht mit Kraftfutter.

Während lange Zeit die immer weitere Steigerung der Milchleistung pro Kuh als einziger

Weg zur wirtschaftlichen Milchproduktion angesehen wurde, geht dieses System weg von

teuer erkauften Höchstleistungen pro Kuh und hin zu hohen Grundfutterleistungen.

Vor allem bei sehr niedrigen Milchpreisen ist die Kurzrasenweide wegen der weit geringeren

Kosten viel sinnvoller.

Die Kurzrasenweide beginnt möglichst früh im Jahr, wird möglichst lange aufrechterhalten

und übt durch angepassten Tierbestand einen hohen Nachwuchsdruck auf das Gras aus.

Die Weidehaltung ist zudem sehr energiesparend, da die Tiere ihr Futter selbst holen und

dabei auch noch den Dünger verteilen.

Weideflächen können wesentlich zum Natur- und Landschaftsschutz beitragen z.B. durch

landschaftsprägende parkartige Vegetationsstrukturen, erhöhte Biodiversität durch spezielle

Pflanzengesellschaften und wirkt sich sehr positiv auf den Tourismus aus.

Mehr Kühe auf der Weide statt Ganzjahressilage und eintönige Maisfelder könnte sich auf die

Urlaubsregionen sehr positiv auswirken.

Weidehaltung ist sicher die artgerechteste Haltung von Tieren und wirkt sich sehr positiv auf

die Fruchtbarkeit und die Gesundheit der Tiere aus.

Eine Untersuchung, die Region aktiv Chiemgau-Inn-Salzach zusammen mit der TU-Mnchen

durchgeführt hat, konnte aufzeigen, dass Milch und Fleisch von Weidetieren wesentlich

höhere Omega 3 Gehalte haben und damit einen Beitrag fr die gesunde Ernhrung leisten

können.

Bäuerliche Landwirtschaft braucht keine Gentechnik

Die gewachsene bäuerliche Landwirtschaft war bisher gentechnikfrei im Anbau, in der

Fütterung, in der Tierhaltung und in der Tiermedizin. Nur in dieser Art wird die bäuerliche

Landwirtschaft Zukunft haben. Der Verbraucher lehnt jegliche Gentechnik in Lebensmittel ab

und das Argument, das mit Gentechnik der Hunger in der Welt gestillt wird, ist nur ein

vorgeschobenes Argument, um uns Bauern in weitere Abhängigkeiten der Agroindustrie zu

treiben.

Aus diesem Grund lehnen wir auch alle Patente auf Leben ab. Leben ist keine Erfindung und

deshalb nicht patentierbar. Durch Patente auf Saatgut, Tiere und Gene wird die bäuerliche

Landwirtschaft den Agrokonzernen völlig ausgeliefert und Bäuerinnen und Bauern zurück in

die Leibeigenschaft getrieben.

Wir brauchen in Zukunft mehr denn je eine breit gefcherte Sorten- und Artenvielfalt in der

Landwirtschaft und der Natur, und fordern alle verantwortlichen in Politik und Wirtschaft auf,

sich für das Gemeinwohl der Bevölkerung einzusetzen und nicht für ein paar

Einzelinteressenten.

Die Kopplung der Direktzahlungen an die Arbeitskräfte stärkt die bäuerliche

Landwirtschaft

Im bayrischen Agrarbericht ist das Einkommen der Bauern (34.565,- €) im Vergleich zu den anderen Bundeslndern (41.125,- €) deutlich niedriger.

Zieht man jedoch vom Einkommen die vom Staat gezahlte Flächenprämie weg, so

erwirtschaften die bayrischen Bauern ein höheres Einkommen, als in den übrigen

Bundesländern.

Rechnet man die Subventionen auf eine Arbeitskraft (AK) um, so erhält in Bayern eine AK

8.681,- €, im Osten jedoch erhält eine AK über 37.000,- €.

Um eine gerechtere Verteilung der Ausgleichszahlungen unter den Betrieben zu

gewährleisten, sollte die Zahlung pro sozialversicherungspflichtige Arbeitskraft auf 15.000,- €

begrenzt werden.

Im Landwirtschaftsgesetz von 1955 wurde den Bauern „die Teilnahme an der fortschreitenden

Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft“ zugesichert.

Setzt man den außerlandwirtschaftlichen Jahreslohn in Deutschland mit 30.000,- € an, dann

sollte jeder landwirtschaftliche Betrieb die Hälfte seines Einkommens mindestens über seine

Produktion erzielen und die andere Hlfte von 15.000,- € ber einen staatlichen Ausgleich

erhalten, da die niedrigen Lebensmittelkosten vom Staat her so gewollt sind.

Die Flächenprmie, für die ab 2013 für alle landwirtschaftlich genutzten Flächen 300,- €/ha

bezahlt werden, würde die kleineren Betriebe bis 50 ha stärken. Alles was darüber hinaus an

Fläche bewirtschaftet wird, würde nur dann mit Prämie honoriert, wenn zustzlich

sozialversicherungspflichtige Arbeitskrfte beschäftigt werden. Ein Beispiel von einem 2000

Hektar-Betrieb in Ostdeutschland zeigt:

Ohne Kopplung an Arbeitskräfte = 2000 ha x 300,- €/ha = 600.000,- € Prämie

Mit Kopplung an Arbeitskräfte = 2000 ha x 300,- €/ha = 15.000,- € 1 Arbeitskraft

30.000,- € 2 Arbeitskräfte

45.000,- € 3 Arbeitskräfte

60.000,- € 4 Arbeitskräfte

usw.

600.000,- € 40 Arbeitskräfte

7. Welchen gesellschaftlichen Anforderungen muss die Land- und

Ernährungswirtschaft in Zukunft in besonderer Weise entsprechen ?

Milch und Fleisch in bester Qualität garantiert nur bäuerliche Landwirtschaft

Die Fütterung und die Haltung der Tiere nehmen großen Einfluß auf den Geschmack

und die Lebensmittelqualität bei Milch und Fleisch. Je größer und konzentrierter die

Milchverarbeiter und Groschlachter werden, umso abhängiger und austauschbarer

werden wir Bauern.

Dem können wir nur entgegenwirken, in dem wir uns mit Qualitätsprodukten wie Omega 3-

Milch und –Fleisch, gentechnikfreie Milch, Weidemilch und –fleisch, Milch aus heimischen

Futter, etc. von anderen Produkten am Markt abheben.

Die Erfassung und Vermarktung unserer Produkte muss wieder mehr in den Einfluss der

Bauern gelangen und Regionalitt im Vordergrund stehen. Dies ist umwelt- und

klimafreundlich und wird vom Verbraucher gewünscht und honoriert.

Staatliche Fördergelder dürfen aus diesem Grund nicht weiter in Strukturmanahmen von

Großmolkereien fliehen, sondern müssen zur Erhaltung und Neugründung von regionalen

Molkereien und regionaler Vermarktung eingesetzt werden. Der Gerichtsbeschluss zur

rechtswidrigen Zwangsabgabe an die CMA könnte hier ein neuen Anfang setzen.

Der Milch- und Fleischpreis muss auf jeden Fall die Existenz der bäuerlichen Betriebe

sichern, die Bauern errechnen und bestimmen den Preis. Um diesen Preis auch durchsetzen

und halten zu können, sollten die Bauern die Möglichkeit erhalten, freiwillig ihre

Liefermenge langfristig einzuschränken (Kürzung ihres Kontingents). Wer sich verpflichtet,

weniger zu liefern, sollte vom Staat eine Entschädigung erhalten, die sich jährlich auf 50% des aktuellen Milchpreises beschränkt. Wird Milch aus anderen Ländern eingeführt, muss dies in jedem Fall, egal wieviel Prozent im Endprodukt enthalten sind, deklariert werden.

Milch und Fleisch sollte überwiegend aus heimischen Futtermittel vom Grünland, das nicht

umgebrochen werden darf, von Zwischenfrüchten, Winterbegrünung und bodenverbessernden

Leguminosen erzeugt werden. Dadurch brauchen wir keine Futtermittel aus Drittländern und

erklären uns solidarisch mit den Menschen in den Ländern. Außerdem schützen wir die

Umwelt und das Klima, in dem wir lange Transportwege und Energie einsparen.

Bäuerliche Landwirtschaft schafft Voraussetzungen für gesunde Tiere

Auch auf die Gesundheit unserer Tiere nehmen Fütterung und Haltung einen großen Einfluss.

In den vergangenen Jahren wurde viel in die artgerechte Tierhaltung investiert, indem große

Laufställe gebaut wurden, die aber auch die Frage aufwerfen, „wer davon immer profitiert?“.

Was aber ist mit der artgerechten Fütterung unserer Tiere? Wer entscheidet hier über das

Idealbild der Kuh, und wer profitiert hier wieder am meisten? Stellt man den Vergleich

zwischen Mensch und Kuh, so sieht das Idealbild des Menschen „schlank, muskulös, fit, etc.“

aus. Im Gegensatz ist das Idealbild der Kuh „fleischig, korpulent, massig, etc.“. Viele

Krankheiten und Probleme z.B. bei Klauen, Trächtigkeit, Abkalbungen, etc. haben wir uns

selbst „erfüttert“.

Haben uns die Maschinen zum „bodenlosen Bauern“ gemacht, so werden wir durch die

großen Laufställe zu „tierfremden Bauern“. Der Kontakt zu den Tieren ist jedoch auch

entscheidend, das man sieht, ob eine Kuh krank oder gesund ist. In der Presse liest man von

„Kuhflüstern“ oder „Kühe mit Namen geben mehr Milch“. Diese Aussagen machen

nachdenklich und fordern eine kritische Überprfung unseres eigenen Handelns.

Je mehr wir wieder auf heimische Futtermittel achten, um so geringer wird das Risiko, das mit

Zukauffutter aus Drittländer, Krankheitserreger eingeschleppt werden.

Je mehr wir wieder auf gesunde Fütterung achten, um so gesnder sind unsere Produkte, die

wir erzeugen, desto geringer wird das Problem mit der Produkthaftung, die jedem Bauer

auferlegt wurde.

Aus diesem Grund lehnen wir auch jegliche Zwangsimpfungen, wie bei der

Blauzungenkrankheit, ab. Jeder Bauer soll frei entscheiden knnen, ob er seine Tiere impft.

Besonders dann, wenn Impfstoffe, wie z.B. bei der Blauzungenkrankheit ungenügend getestet

sind, der Impfstoff von sich aus eine Belastung oder Gesundheitsgefährdung des Tieres nach

sich zieht und eine Immunisierung über die Durchseuchung eines Tierbestandes Erfolg

verspricht. Impfstoffe, bei denen die Gefahr besteht, dass sie genveränderte Substanzen

enthalten, lehnen wir strikt ab.

Guter Boden ist Grundlage für jede bäuerliche Landwirtschaft

Der Boden und das Leben in ihm ist die Grundlage für eine funktionierende

Landbewirtschaftung.

Das Wissen um das Zusammenspiel von Bodenlebewesen, Wasser, Wurzelmasse,

Mikroorganismen, Stickstoff sowie die Aufbereitung von Mist, Gülle und Jauche ist in der

Vergangenheit von seiten der Beratung und Ausbildung zu wenig Beachtung geschenkt

worden.

Für einen guten Boden ist dieser komplexe Vorgang jedoch lebensnotwendig und muß

deshalb in Zukunft bei den Bauern und Bäuerinnen eine wichtige Rolle spielen.

Wichtig ist in Zukunft der Aufbau und der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit durch mehrgliedrige

Fruchtfolgen, Mischfrucht und Gründüngung.

Ein hoher Humusgehalt bindet sehr viel CO 2 und speichert ihn im Boden.

Dazu verhält sich ein humusreicher, belebter Boden wie ein Schwamm, bei starken

Regenfällen nimmt er sehr viel Feuchtigkeit auf und gibt das Wasser über einen längeren

Zeitraum an die Pflanzen ab.

Um unsere Hilfe auch in Zukunft zu bewirtschaften, müssen wir wieder Humus aufbauen,

denn auch Humusaufbau bindet CO 2.

8. Was muss an den politischen Rahmenbedingungen und

Schwerpunktsetzungen geändert werden ?

in Bayern:

Die klein strukturierte Landwirtschaft in Bayern sollte nicht ständig als Nachteil angesehen

und bekämpft werden. Im Gegenteil sollten alle zukünftigen Anstrengungen dahin

ausgerichtet sein, die Vorteile unserer klein strukturierten Landwirtschaft zu fördern, da

durch unseren hohen Grünlandanteil in Bayern die wirtschaftlichste Form der

Milcherzeugung praktiziert werden kann und somit Bayern unabhängig wird von steigenden

Energiekosten und knapper werdenden Ressourcen. (siehe Finanzkrise)

Weg von der Hochleistungs- Strategie -> Hin zu mehr Langlebigkeit !

Weg vom austauschbaren Einheitsbrei -> Hin zu mehr Qualität !

Weg mit Stallbausubventionierung und staatlichen Interventionen -> Unabhängigkeit !

Weg von System „Wachsen oder Weichen“ -> Bauer sein ist mehr als produzieren !

Weg von der Weltmarktorientierung -> Hin zum regionalen Kreislauf !

Bei unseren Vorschlägen geht es nicht um mehr Subventionen vom Staat, sondern im

Gegenteil darum, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden mit denen wir unser

Einkommen wieder am Markt erwirtschaften können !

auf Bundes-Ebene:

Die hohen Kosten der Sozialversicherung sind eine schwere Last für die bäuerlichen

Betrieben, gerade in Zeiten von niedrigen Erzeugerpreisen.

Da die landwirtschaftlichen Betriebe immer weniger werden, sehen wir es als dringend

notwendig an, eine Reformierung der landwirtschaftlichen Sozialversicherung vorzunehmen.

Die landwirtschaftliche Sozialversicherung sollte in das allgemeine

Sozialversicherungssystem eingegliedert werden. Damit wurde auch die Ungerechtigkeit zu

anderen Berufsgruppen aufgehoben, die eine freie Wahl im der Sozialversicherung haben.

Außerdem werden in der Landwirtschaft die meisten Kinder geboren, die wiederum im

Berufsalter meist in anderen Berufen arbeiten und somit auch in das allgemeine

Sozialversicherungssystem eingegliedert sind.

auf EU-Ebene:

Beim Lesen des bayerischen Agrarberichts stellten wir fest, dass die bayerischen Bauern beim

Einkommen deutlich gegenber den anderen Bundesländern hinterher hinken.

Der Gewinn der deutschen Haupterwerbsbetriebe liegt im Durchschnitt bei 41.125,-- Euro,

der bayerische Vergleichswert liegt um 6.560,-- Euro niedriger.

Dieser Einkommensunterschied liegt aber nicht am mangelnden Können oder Fleiß der

heimischen Bauern, sondern vielmehr am mangelnden Willen der bayerischen Agrarpolitiker,

sich konsequent für die bäuerliche Landwirtschaft einzusetzen. .

Macht man sich nämlich die Mühe und rechnet die Flächenprämien aus den Gewinnen heraus,

stellt man schnell fest, dass die bayerischen Bauern subventionsbereinigt mit das höchste

Einkommen hätten !

Damit wird das Leistungsprinzip doch total auf den Kopf gestellt !

Die Staatlichen Untersttzungszahlungen haben offenbar vor allem die Aufgabe,

unwirtschaftliche Großstrukturen weiter über Wasser zu halten.

Statt immer neue Töpfe auf zu machen, sollten die EU-Ausgleichszahlungen auf 15.000,–€

pro versicherungspflichtiger Arbeitskraft begrenzt werden. Warum 15.000,–€ ?

Der außerlandwirtschaftliche Vergleichslohn in Deutschland liegt bei 30.000,–€ und jeder

Betrieb sollte mindestens die Hälfte des Einkommens am Markt erwirtschaften müssen.

Mit freundlichen Gren

Edith Lirsch, Pelkerring 3, 84371 Triftern. T.08562-870

Wolfgang König, Sohl 18, 94244 Teisnach. 09921-2843

AbL-Geschäftsstelle, Andreas Remmelberger, Reit 17, 8458 Burgkirchen,

T.08679-6474

www.abl-bayern.info

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