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An Frau
Ilse Aigner
Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Wilhelmstr. 54
11055 B e r l i n Reit, 09.06.2011
Fragen zu den Ursachen der EHEC- Erkrankungen
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Aigner,
nicht nur Arzneimittel, Impfstoffe und Feinchemikalien, sondern auch Vitamine, Zusatzstoffe und Enzyme für die Lebensmittelindustrie werden mit Hilfe des gentechnisch veränderten Darmbakteriums Escherichia coli hergestellt.
Viele weitere Substanzen können mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden. Ein Beispiel sind Aminosäuren, die als Futtermittelzusatz und in Lebensmitteln als Geschmacksverstärker oder in Aromapräparaten Verwendung finden. Konservierungsstoffe wie und , das Antioxidationsmittel , die Geschmacksverstärker und , der Aromastoff sowie die B12, B2 und C sind weitere Beispiele für eine Anwendung von gv-Mikroorganismen. Auch bei der Herstellung von Enzymen werden genveränderte Escherichia coli eingesetzt.
Dazu habe ich folgende Fragen:
Wie viele Produktionsstandorte gibt es in Bayern und wie viele in den anderen Bundesländern wo mit Hilfe von gentechnisch veränderten Escherichia coli Substanzen für die Medizin und Zusatzstoffe für die Nahrungsmittel- und Futtermittelproduktion hergestellt werden ?
Welche Gesetze und Verordnungen regeln die Produktion mit Hilfe von gentechnisch veränderten Escherichia coli ?
Von welcher Stelle und wie oft werden die Produktionsstätten, bei denen mit gentechnisch veränderten Escherichia coli gearbeitet wird, überwacht ?
Gibt es Kontrollmöglichkeiten, bei denen unkontrollierte Genmutationen in den Bioreaktoren erkannt werden ?
Wie wird ausgeschlossen, dass genmanipulierte Escherichia coli aus den Bioreaktoren in die Umwelt geraten?
Wurde beim aktuellen EHEC- Geschehen untersucht, ob bei der Salatzubereitung in den Gaststätten ein Salatdressing verwendet wurde, dass teilweise mit Hilfe von gentechnisch veränderten Escherichia coli produziert wurde ?
Ich hoffe, dass Sie die Fragen an die zuständigen Stellen weiterleiten und für eine baldige Beantwortung sorgen..
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Remmelberger
Geschäftsführer der AbL-Bayern
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