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Zur Sonne, zur Freiheit (Am Ende der Seite ein Kommentar)
Link zu : Umfrage zum Thema Solarparks :
Alternative Energie
SZ 19.03.2009, 18:47
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Von Christian Sebald
Sonnenenergie statt Mais: Bauernpräsident Sonnleitner kämpft gegen den Verlust von Ackerland, auf seinem plant er einen Solarpark.
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Gerd Sonnleitner hat für seinen Hof die Richtung vorgegeben. (Foto: dpa)
Bauernpräsident Gerd Sonnleitner ist immer gut für markige Worte. So prangert er bei jeder Gelegenheit den immensen Flächenverbrauch in Bayern an, wo Tag für Tag gut 16 Hektar Land mit neuen Siedlungen, Wohngebieten, Straßen und allen möglichen anderen Bauwerken zugepflastert werden. "Und da sind die vielen ökologischen Ausgleichsflächen nicht mitgezählt, die auch noch anfallen", fügt der Bauernpräsident gerne an. "Auch die gehen zumeist zu Lasten des Ackerlands von uns Bauern." Das dürfe nicht sein.
Ein Umdenken sei dringend geboten. Die Sicherung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen müsse Vorrang haben - für die Politik, aber auch für die Gesellschaft insgesamt. Mit seinem Credo ist Sonnleitner nicht alleine. Vor einem Jahr verabschiedeten die Kreisobmänner des Bauernverbands eine Resolution gegen den massiven Flächenverbrauch.
Was sein eigenes Ackerland anbelangt, nimmt es der Bauernpräsident aber nicht so genau. Im niederbayerischen Ruhstorf an der Rott bewirtschaftet Sonnleitner einen 100-Hektar-Hof. Und wie auf den fetten Ackerböden im Rottal üblich baut Sonnleitner sehr viel Mais an, aber auch Zuckerrüben und etwas Getreide. Nun will sich der Bauernpräsident von elf Hektar Ackerland trennen. Er will es an eine Ingenieurgesellschaft verpachten, die darauf einen Solarpark plant. Auf 8,4 Hektar Ackerland, das entspricht ungefähr zehn Fußballfeldern, so bestätigt der Ruhstorfer Bürgermeister Erich Hallhuber (SPD), sollen gigantische Solarmodule aufgestellt werden. Ursprünglich sollte der Solarpark sogar 16 Hektar groß werden.
Gutes Geschäft
So ein Solarpark ist ein gewinnbringendes Geschäft - gerade in der aktuellen Agrarkrise, in der sich die Preise für Mais und Getreide gegenüber dem Vorjahr annähernd halbiert haben. Denn der Pachtzins für Solarflächen ist mehr als dreimal so hoch wie der für Ackerland. Dieser Pachtzins beträgt in der Gegend von Ruhstorf ungefähr 600 Euro je Hektar und Jahr. Für jeden Hektar Solarpark werden aber wenigstens 2000 Euro Pacht im Jahr bezahlt. Bei 20 Jahren Laufzeit des Vertrags plus einer Option auf zweimalige Verlängerung um jeweils fünf Jahre, wie sie in der Solarbranche üblich sind, kommt da eine stattliche Summe zusammen. Der Markt Ruhstorf hat das Genehmigungsverfahren für den Solarpark auf den Sonnleitner-Äckern bereits eingeleitet. Sollte es am Ende erfolgreich sein, wären aus elf Hektar fruchtbaren Rottaler Ackerlands ein "Sondergebiet Solarpark" geworden.
Doch das Projekt ist delikat - nicht nur wegen Sonnleitners ständigen Bekenntnissen zum Erhalt der Agrarflächen. Auch planungsrechtlich gibt es Bedenken. Denn so unbestritten der hohe Nutzen von Solarstrom für den Klimaschutz und die Umwelt ist, so einschneidend ist die Veränderung des Landschaftsbilds, das die großen Solarparks mit sich bringen. Vor allem, wenn sie - wie bei Sonnleitner - in bis jetzt völlig freier Landschaft aufgestellt werden sollen. Nach den Richtlinien der Obersten Baubehörde im Innenministerium sind Solarparks denn auch genehmigungsrechtlich nur dann unproblematisch, wenn sie in direktem Anschluss an eine Siedlung oder ein Gewerbegebiet errichtet werden.
Verschiedene Meinungen
Auch bei "Vorbelastungen" der Flächen sind sie möglich, etwa auf aufgelassenen Gewerbegebieten, vormaligen Truppenübungsplätzen oder in der Nähe von Windrädern. Das alles ist aber bei den Flächen des Bauernpräsidenten nicht der Fall. Im Gegenteil: "Das unverbaute Hügelland beim Sonnleitner-Hof ist das letzte naturnahe Naherholungsgebiet hier, der Blick hinüber nach Österreich ist einzigartig", schwärmt Günther Frank, Anwohner und Gründer einer Bürgerinitiative gegen das Projekt. "Wenn da jetzt der Solarpark hinkommt, wird das alles kaputt gemacht."
Ein anderer, der dem Solarpark auch nichts abgewinnen kann, ist Josef Hopper. Hopper ist nicht nur Dritter Bürgermeister von Ruhstorf. Hopper ist Landwirt und Ortsobmann des Bauernverbands. "Ich bin kein Gegner der Sonnenenergie", sagt er. "Aber wir haben so viele minderwertige Flächen, auf die das gut hinpasst." Und deshalb ärgert es Hopper sehr, wenn fruchtbares Ackerland zugebaut wird. Noch mehr ärgert Hopper freilich, dass es ausgerechnet sein Verbandspräsident ist, der so etwas tun will. "Denn gerade Sonnleitner betont doch immer, dass für uns Bauern die Lebensmittelproduktion an erster Stelle steht. Und da muss er ein Vorbild sein." Sonnleitner selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Solarpark in Ruhstorf an der Rott ?
PNP (Pocking/Griesbach) vom Donnerstag, 19. März 2009 Protest gegen Solarpark bei Sonnleitner
Sohn des Bauernpräsidenten prüft Möglichkeit, in Solar zu investieren - Bürgerinitiative gegen das Projekt
Von Regina Ehm-Klier. Ruhstorf. Nach dem Protest gegen die Mobilfunkanlage in Kühweid formiert sich in Ruhstorf die nächste Bürgerinitiative. Diesmal geht es um, besser gegen, einen Solarpark bei Rottersham. Brisant dabei: Der geplante Solarpark liegt nicht nur in der Nähe des Hofes von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner bei Rottersham, er stünde auch auf Sonnleitner-Grund. Allerdings ist der Bauernchef nicht Antragsteller, sondern sein Sohn, dem er das Grundstück auch übertragen will. Insofern sieht sich Gerd Sonnleitner nun einer gewissen »Sippenhaft« ausgesetzt. »Dagegen wehre ich mich«, sagt der oberste deutsche Landwirt.
Initiative will Solar auf großen Dachflächen
Denn gegen das Projekt, »das nur in der Prüfung ist«, betont Gerd Sonnleitner, regt sich heftiger Widerstand. Vor allem aus dem Bereich Amselweg erreichten in den vergangenen Tagen die PNP Leserbriefe. Die Familie Günther und Rita Frank unterstützt von Ev Dann und Klaus Kohmbüchen aus der Nachbarschaft machen Nägel mit Köpfen. Sie gründeten eine Bürgerinitiative und sammeln Unterschriften gegen das Projekt. Viele Argumente gegen das Projekt, das laut Plan rund 16 Hektar groß ist, haben sie gesammelt. Ganz oben auf ihrer Liste aber ist der herrliche Blick, den sie hier, am Amselweg in Ruhstorf genießen: »Schauen Sie, 180 Grad freie Sicht«, schwärmt Günther Frank. Der Blick schweift über die hügelige Landschaft bis hinüber nach Schärding, den Sauwald, im Sonnenschein sind verschneite Bayerwald-Hänge zu sehen. Eine Idylle - wegen der sich auch Ev Dann und Klaus Kohmbüchen für Ruhstorf entschieden haben, für den Amselweg. Sollte sich nun in diesem unverbauten Blickfeld ein Solarpark auftun, »der Wert unserer Häuser ist dahin«, warnt Ev Dann und erinnert daran, dass ja genau diese herrliche Landschaft Menschen aus Ballungszentren nach Niederbayern zieht. Gemeinsam haben sie alle die Sorge, dass es bei diesem einen Solarpark nicht bleiben werde. »Mit welchem Argument wird man es auf dieser Fläche zulassen und auf der nächsten nicht«, fürchten sie, bald nur noch von Solarflächen geblendet zu werden. Ruhstorf, so sind die Initiatoren überzeugt, sei mit seiner Hügellandschaft einfach nicht geeignet für einen Solarpark. Stattdessen schlagen sie vor, die Dächer der Industriebetriebe und der Niederbayernhalle mit Solarmodulen zu bestücken, »da hätte sogar die Gemeinde etwas davon«, sagt Rita Frank. Bürgermeister Erich Hallhuber ist, wie er gestern sagt, »seit zwei Tagen damit beschäftigt, Gespräche zu führen«. Denn seit bekannt wurde, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung vergangene Woche das Projekt befürwortet hat, haben die Anwohner ihrem Ärger nicht nur in Briefen, sondern auch im Rathaus Luft gemacht. Hallhuber weiß sehr wohl, dass es sich bei einem Solarpark um »ein zweischneidiges Schwert handelt«. Ganz gleich, wo die Module aufgestellt würden, Diskussionen werde es immer geben. Er hat allerdings den Eindruck, dass es der Initiative darum geht, den Solarpark nur bei sich zu verhindern. Stimmt nicht, betonen Amselwegler übereinstimmend: »Ruhstorf ist überhaupt nicht geeignet für so ein Projekt. « Die Landschaft sei zu hügelig. »So viel Grün gibt es nicht, dass ein Park dahinter verschwinden könnte«, sagt Klaus Kohmbüchen. In Pocking - wo bereits der erste Solarpark auf dem ehemaligen Bundeswehrpark Strom produziert - sei das wegen der ebenen Lage anders. Fraglich ist ohnehin, ob der Park jemals gebaut wird. Denn wie Gerd Sonnleitner, Vater des Antragstellers, erklärt, würde sein Sohn lediglich »prüfen lassen, ob er in Solar investiert«. Und ob das Projekt genehmigungsfähig ist. Bislang wurde lediglich die Aufstellung eines Bebauungsplans befürwortet. Hier muss das Landratsamt erst zustimmen, der Flächennutzungsplan geändert werden. Erst dann geht es konkret um das Projekt mit dem Bauantrag. Denn hier handelt es sich nicht um ein priviligiertes Vorhaben im Außenbereich. Die Pläne, so Gerd Sonnleitner gestern, seien längst abgespeckt.
20 Prozent alternative Energie bis 2020
Auf rund sechs bis acht Hektar sollen nun die Solarmodule aufgebaut werden, dazu drei bis vier Hektar »Ausgleichsfläche mit viel ökologischer Bepflanzung«, so der Präsident gegenüber der PNP. Josef Hopper, dritter Bürgermeister von Ruhstorf und Landwirt, hatte bei der Gemeinderatssitzung bedauert, dass »wertvollste Ackerflächen« verloren gingen. Hier erinnert Bauernpräsident Sonnleitner daran, dass der Ausbau erneuerbarer Energien »politisch gewünscht ist«. Bis 2020 sollten 20 Prozent des Energiebedarfs aus alternativen Quellen kommen, sagt Sonnleitner. Und das, was derzeit auf den Weg gebracht sei, »das reicht bei weitem noch nicht«. Getreide für Biogas, Energiehölzer oder eben Solarparks - »die Entscheidung liegt bei jedem einzelnen«, fasst der Landwirtschaftsfunktionär die Verbandsmeinung zusammen. Und weist auch darauf hin, dass »die Getreidepreise derzeit am Boden sind«. So wundere es nicht, wenn sich Landwirte andere Ertragsmöglichkeiten suchten. Ob sein Sohn sich diese Einnahmequelle erschließen wird - es ist angesichts des Protests derzeit eher fraglich. So sieht es übrigens selbst der Bauernpräsident.
Lokalteil Pocking: http://www. pnp. de/pocking
Solarpark macht Sonnleitner Ärger PNP vom 19.03.2009
Antrag stammt von Sohn des Bauernverbandspräsidenten
Ruhstorf. In der abgelegenen Idylle bei Ruhstorf ist ein Solarpark geplant. Der Gemeinderat hat die Aufstellung eines Bebauungsplans bereits befürwortet. Doch es regt sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative gegen das Projekt hat sich gegründet. Sie will die Zerstörung der hügeligen Landschaft durch in der Sonne blendende Solarmodule verhindern. Das Grundstück gehört Bauernpräsident Gerd Sonnleitner. „Noch“, wie er gegenüber der PNP erklärt. Denn er wird die Ackerfläche an seinen Sohn übergeben. Und der überlege „in Solar zu investieren“. Nicht unberechtigt, wie Vater Gerd Sonnleitner auch die Haltung seines Verbands erklärt. Denn erneuerbare Energien sollen gefördert werden, „das ist auch politisch gewünscht“, erinnert Deutschlands oberster Landwirt. Ob sich ein Bauer dafür entscheide, auf Solar, Biogas oder Energiehölzer zu setzen, „ist die Entscheidung jedes Einzelnen“, sagt Sonnleitner, wehrt sich aber gegen „Sippenhaft“. Doch freilich unterstützt er das Projekt seines Sohnes, das nach ersten Plänen 16 Hektar groß werden sollte, laut Sonnleitner nun aber auf gut zehn Hektar abgespeckt wurde. Nicht um die Größe des Solarparks kommt es der Initiative „Solarpark Ruhstorf - nein danke“ an. Die Initiatoren befürchten, dass dieser Solarpark nur der Anfang sei: „Wie will man eine Erweiterung verhindern?“, fragt Sprecher Günther Frank. Und dann sei die Idylle mit dem herrlichen unverbauten Blick über sanfte Hügel dahin. - ehm
Hier ein Kommentar von haberfeld.tv
Ich finde es eher positiv, wenn der Deutsche Bauernpräsident, Gerd Sonnleitner, fortschrittlich die Solartechnik auf seinen Äckern unterstützt. Es soll eine Solarfarm entstehen, die ca 10 Hektar Ackerland benötigt, und keine Straßen- und Betonflächen Agrarboden reduzieren. Das finde ich ist ein Unterschied. Landauf-,Landab kann man seit vielen Jahren Solardächer auf den Wirtschaftsgebäuden der Bauern sehen. Und das ist gut so. Besonders schön sieht das nirgendwo aus, aber die Landwirte sind froh über das “Zubrot” aus dem Verkauf des geförderten Solarstroms. Hier sollten sich die “Solargegner” prüfen, ob nicht Neid eine Rolle bei der “Ablehnung” spielt.
Der erwähnte Amselweg (Wohngebiet) in Ruhstorf ist ca. 2 km von den Äckern Sonnleitners in Rottersham entfernt. Die schöne Aussicht vom Aselweg-Wohngebiet auf Österreich ist unbestritten. Aber stört ein 2 km entferntes Solarzellenfeld wirklich so stark ? Vom Amselweg ist der Blick nach Österreich Richtung Süden. Der Hof vom Sonnleitner liegt eher östlich.Vielleicht könnten grüne Hecken oder andere Bäume den direkten Blick auf den Solarpark verhindern oder zumindest verbessern. Wie wäre es mit einer Computersimulation der Situation in der Planungsphase ?
Ich finde es sehr positiv, daß wir heute über Solarparks sprechen können, ohne als “grüne” Spinner diffamiert zu werden.
Eine Anekdote:
Vor 35 Jahren (als Student) hatte ich mit einem Bankdirektor aus Ruhstorf gesprochen, ob er es erlauben würde, ein “Solarspielzeug” im Schaufenster seiner Bank aufzustellen, damit die Bevölkerung mit Solartechnik in “Berührung” kommt.
Ja, interessant, meinte der Bankdirektor, dann würden später einmal seine Bankkunden bei Ihm “Kredite” aufnehmen, um Solardächer finanzieren zu können. .......Nach kurzer Überlegung schoß Ihm die Ernüchterung in den Kopf. “Nein”, diese Idee sei doch nicht so gut. Es könnte passieren, daß dann er, der Bankdirektor, und ich für grüne Phantasierer gehalten werden, die gar “Die Partei der Grünen” wählen, und das war in Ruhstorf, Lkr Passau, zu jener Zeit undenkbar, und wäre weder verstanden noch honoriert worden.
Also freuen wir uns doch, daß wir jetzt ohne Gefahr (egal welcher Parteizugehörigkeit) fortschittlicher sein dürfen.
Obigen Kommentar schrieb Rudolf Hillebrand (parteilos) für haberfeld.tv
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Link zum Beitrag in Quer (BR) mit dem Titel : Das Geschäft mit der Solarenergie.Auf den BR-online-Button klicken, um zu Quer zu gelangen. .
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