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Billig-Solarzellen revolutionieren Strombranche !!!!

ÖKO-BOOM aus Spiegel-Online vom 13.03.2009:

Link zur Originalseite von Spiegel Online:

 http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,612539,00.html

Solaranlage groß

Billig-Solarzellen revolutionieren Strombranche

Von Anselm Waldermann

Die Energiebranche steht vor einer Sensation: Die Preise für Solaranlagen fallen drastisch, schon bald kann Ökostrom mit Kohle und Atom konkurrieren. Doch die Sonnenlobby rechnet ihre Erfolge klein - aus Angst vor einem Abbau der Subventionen.

Hamburg - Es ist ein alter Traum, der Traum von ewiger Energie. In diesem Jahr, spätestens im nächsten, könnte er wahr werden. Die entscheidende Rolle spielt dabei die Sonne: Noch nie ließ sich ihr Licht so einfach in Strom verwandeln wie heute. Schon in wenigen Monaten, schätzen Experten, ist die Solarenergie so günstig wie herkömmlicher Strom aus der Steckdose.

REUTERS :Solaranlage (in Bürstadt): Glänzende Aussichten

Für die Energiewirtschaft bedeutet dies eine Revolution. Wozu braucht man noch Kohle und Atom, wenn Sonnenstrom genauso günstig ist - nur sehr viel sauberer?

Möglich wird die Öko-Wende durch einen gigantischen Preisverfall: Kostete ein kristallines Solarmodul im Herbst 2008 noch 3,50 Euro pro Watt, waren es Ende des Jahres nur noch drei Euro. Mittlerweile liegt der Preis bei 2,60 Euro. Doch wer gut verhandelt, heißt es in der Branche, bekommt Module von namhaften Markenherstellern auch für 2,30 Euro - das sind 35 Prozent weniger als vor einem halben Jahr.

Für den Preissturz gibt es mehrere Gründe:

  • · Der Bundestag hat die staatlich garantierte Vergütung für Solarstrom deutlich gesenkt. Seit 1. Januar bekommen die Anlagenbetreiber laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nur noch 43 Cent je Kilowattstunde - acht Prozent weniger als im Vorjahr. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Hersteller ihre Preise anpassen.
  • · Weltweit gibt es eine extreme Überproduktion von Solarmodulen. Das kalifornische Beratungsunternehmen iSuppli erwartet für 2009 ein Angebot von 11,1 Gigawatt - bei einer Nachfrage von gerade einmal 4,2 Gigawatt. Auf den deutschen Markt drängen vor allem chinesische Hersteller.
  • · Der wichtige Markt Spanien ist weggebrochen. Aus Angst vor einer Kostenexplosion hat die Regierung in Madrid die Solarsubventionen praktisch abgeschafft. Nach geschätzten 2500 Megawatt im vergangenen Jahr dürfen jetzt nur noch 500 Megawatt ans Netz.
  • · Technischer Fortschritt ermöglicht die Produktion effizienterer Module. Damit eine Solarzelle eine bestimmte Leistung erbringt, sind heute geringere Kosten nötig als noch vor wenigen Jahren.
  • · Massenproduktion senkt die Herstellungskosten. Früher werkelten Tüftler in kleinen Hinterhofgaragen, heute stammen die meisten Solarzellen aus Großfabriken.
  • · Es gibt wieder genug Silizium. In den vergangenen Jahren hatten die Solarfirmen über massiven Rohstoffmangel geklagt und damit ihre hohen Preise gerechtfertigt. Mittlerweile wurden neue Siliziumfabriken errichtet - die Beschaffungspreise fallen.
  • Für Hausbesitzer, die sich eine Solaranlage kaufen wollen, sind das glänzende Aussichten. "Die Rendite ist so hoch wie lange nicht mehr", schwärmt ein Branchenkenner, "mindestens zehn Prozent pro Jahr." Zwar ist auch die Vergütung für Solarstrom gesunken - um eben jene acht Prozent, die das EEG vorschreibt. Doch die Einnahmen sind für die Anlagenbetreiber nur ein Teil der Kalkulation. Auf der anderen Seite stehen die Modulpreise. Und die fallen deutlich stärker als um acht Prozent.

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Solarmodul Solarzelle Silizium Watt Megawatt BSW BEE Q- Cells Erneuerbare- Energien- Gesetz

zu SPIEGEL WISSEN Angeführt wird der Preiskrieg von chinesischen Herstellern wie Suntech , Yingli oder Trina - allesamt angesehene Qualitätsanbieter. Auch Module der japanischen Konzerne Sharp und Kyocera sowie des deutschen Unternehmens Schott Solar sind nun viel preiswerter zu haben als vor wenigen Monaten. Selbst Branchenprimus Q-Cells senkt die Preise - sogar für bereits abgeschlossene Lieferverträge.

Und der Verfall geht immer weiter. Die Berater von iSuppli erwarten bis Ende des Jahres einen Modulpreis unter zwei Euro pro Watt. Noch weiter geht Jesse Pichel, Analyst bei der Investmentbank Piper Jaffray & Co.: In naher Zukunft werde es ein Zwei-Dollar-Modul geben, sagt er voraus. Umgerechnet wären das gerade einmal 1,70 Euro pro Watt.

Der Sonnenkönig behält Recht

Im kommenden Jahr könnte dann endgültig der Durchbruch gelingen. Denn der norwegische Solarkonzern REC will ab 2010 Module für einen Euro pro Watt produzieren - das wären gut 60 Prozent weniger als die heutigen Verkaufspreise.

Natürlich kommen noch Zubehör, die Montage und eine Gewinnmarge hinzu, so dass man im Ergebnis mit etwa 1,85 Euro pro Watt rechnen muss. Doch auch das sind gut 50 Prozent weniger als heute.

Wenn man die Kostenreduktion auf den Strompreis überträgt, kommt dies einer Sensation gleich: Statt der geltenden 43 Cent pro Kilowattstunde würden 21 Cent ausreichen. Dies ist ziemlich genau der Preis von konventionellem Strom inklusive Netzgebühren, Steuern und Abgaben.

Mit anderen Worten: Solarstrom könnte innerhalb kürzester Zeit mit Steckdosenstrom konkurrieren. Experten sprechen von der sogenannten "Netzparität".

SOLARSTANDORT DEUTSCHLAND: GIGANTISCHES WACHSTUM

 Solarwachstum 1

Völlig unverhofft könnte damit eine Prognose von Solarworld -Chef Frank Asbeck wahr werden. Der extravagante Unternehmer, genannt der Sonnenkönig, hatte im Jahr 2000 die Netzparität für 2004 vorausgesagt. Damals wurde er als Spinner belächelt - nun könnte er, wenn auch verspätet, Recht behalten.

In der Ökobranche wird die Netzparität einen gigantischen Wachstumsboom auslösen: Weil es kostenmäßig keine Nachteile mehr gibt, werden Hausbesitzer massenweise Solaranlagen kaufen. Nachts und an bewölkten Tagen hat man immer noch die gute alte Steckdose - ansonsten aber kann sich jeder selbst versorgen.

Manche Firmen werden den Preiskampf nicht überleben

Was die Anlagenbetreiber freut, macht den Herstellern zu schaffen: Sie sehen den Preisverfall äußerst kritisch. So gab der US-Konzern First Solar im Februar einen mageren Ausblick für das laufende Jahr: Das Marktumfeld sei "noch nie so schwierig gewesen", teilte das Unternehmen mit.

Analysten der Deutschen Bank erwarten eine "brutale Marktbereinigung". Manche fürchten gar, der Solarindustrie drohe ein ähnlicher Absturz wie der Internet-Branche im Jahr 2000. Tatsächlich ist der Aktienkurs des deutschen Marktführers Q-Cells in den vergangenen Monaten deutlich gesunken (siehe Chart).

Allerdings klagen die Firmen auf hohem Niveau: Q-Cells steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 46 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen 1,7 bis 2,1 Milliarden Euro. Das wäre etwas weniger als nach früheren Prognosen - entspräche aber immer noch einem Plus von bis zu 68 Prozent.

Wachstum, Wachstum, Wachstum

Doch was ist, wenn Q-Cells und andere Firmen keine Käufer für ihre Solarzellen finden? Experten halten dies für eine rein hypothetische Frage: Jedes Angebot finde seine Nachfrage - entscheidend sei eben nur der Preis. "Die Solarindustrie hat auch 2009 allerbeste Chancen, ihre gesamte Jahresproduktion zu verkaufen", sagt Anne Kreutzmann vom unabhängigen Branchenblatt "Photon".

Gerade wegen der niedrigen Preise rechnen Fachleute mit einer hohen Nachfrage. Möglicherweise verschwinden manche Hersteller vom Markt - doch die Branche insgesamt leidet kaum. "Die Preise liegen immer noch deutlich über den Produktionskosten", erklärt Kreutzmann. Mit anderen Worten: Den Firmen bleibt auf jeden Fall ein Gewinn.

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  • Für den Solarstandort Deutschland bedeuten die Billigpreise vor allem eins: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Markus Hoehner, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts EuPD Research, erwartet in diesem Jahr einen Zubau neuer Anlagen von mindestens 1,5 Gigawatt. Es gebe aber auch die "Möglichkeit einer Zunahme um 2,5 Gigawatt", sagte er im November auf einer Tagung in Berlin. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr gingen in Deutschland nach ersten Schätzungen Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als einem Gigawatt ans Netz.


2. Teil: Ökobranche rechnet eigene Erfolge klein

Das Paradoxe daran: Die offiziellen Vertreter der Ökobranche wollen von dem Solarboom nichts wissen. Im Gegenteil: Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) bemühte sich im vergangenen Jahr, die Erfolge kleinzurechnen. Als die Große Koalition an einer Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes arbeitete, bezifferten die Lobbyisten den jährlichen Zubau von Solaranlagen auf weniger als 0,7 Gigawatt.

Beobachter vermuten dahinter bewusste Taktik: Denn je mehr Solaranlagen ans Netz gehen, desto mehr Öko-Umlage müssen die Stromkunden zahlen - und das ist politisch nicht gewollt. Ohnehin erwartet das Bundesumweltministerium Solarkosten von 44 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020, Experten rechnen sogar mit noch mehr.

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Solarstrom - lohnt sich der Milliardenaufwand?

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5683 Beiträge
Neuester: Gestern 20:28 Uhr
von Serrax

Mittlerweile ist die EEG-Novelle verabschiedet - und nun kommt die Wahrheit ans Licht. Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE), zu dessen Mitgliedern auch der BSW gehört, prognostiziert plötzlich einen Zubau von 1,5 Gigawatt pro Jahr. Das heißt: Die Kosten der Solarenergie werden viel höher als zunächst angegeben.

Der BEE erklärt die neuen Daten mit einer Aktualisierung durch den BSW. Der BSW wiederum wollte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE keine eigene Zubauprognose abgeben. Der Verband teilte lediglich mit, dass über den künftigen Ausbau der Solarenergie "breiter gesellschaftlicher Konsens" bestehe.

Die geänderten Zahlen spiegeln sich auch in der Statistik des Bundesumweltministeriums wider, die vor allem auf Daten der Branchenverbände basiert. So mussten die Ministerialen die Angaben für den Solarzubau 2008 und 2009 deutlich korrigieren: Im Vergleich zur bisherigen Prognose wurden sie mehr als verdoppelt (siehe Tabelle).

 

Zubau von Solaranlagen in Deutschland in Megawatt

 

Prognose aus dem Jahr 2007

Prognose aus dem Jahr 2008

2008

600

1250

2009

580

1300

2010

559

1199

2011

539

1148

2012

518

1098

2013

497

1047

2014

496

1016

2015

496

996

2016

492

992

2017

488

988

2018

491

991

2019

517

987

2020

578

958

Quelle: Bundesumweltministerium

Auch in Zukunft werden die Daten wohl nach oben geändert. Bisher erwartet das Umweltministerium, dass ab 2010 jährlich weniger Solaranlagen ans Netz gehen. Angesichts der hohen Nachfrage dürfte das Gegenteil richtig sein.

Selbst die Grünen denken um

Pikant dabei: Die sinkenden Modulpreise kommen nur den Anlagenbetreibern zugute. Für die Stromkunden hingegen wird das Marktwachstum teuer. Der Grund ist die gesetzlich festgelegte Vergütung für Solarenergie: Die Verbraucher müssen die Kosten für jede neue Anlage tragen.

Auf politischer Ebene findet deshalb ein Umdenken statt. Als das Erneuerbare-Energien-Gesetz im vergangenen Jahr modifiziert wurde, machten ausgerechnet die Grünen einen interessanten Vorschlag: "Man sollte das EEG an das Marktwachstum anpassen", sagte der Energieexperte der Partei, Hans-Josef Fell. "Wenn der Markt schrumpft, darf die Vergütung für Ökostrom nicht fallen." Das gleiche Prinzip sollte aber auch im Umkehrschluss gelten: "Bei starkem Marktwachstum muss die Vergütung sinken."

Die Regelung hätte einen entscheidenden Vorteil: Die üppigen Subventionen würden Solarstrom nicht mehr künstlich teuer halten.


Link zur Originalseite von Spiegel Online:

 http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,612539,00.html

 

 

Zur Sonne, zur Freiheit

Alternative Energie

SZ 19.03.2009, 18:47

 

Von Christian Sebald

Sonnenenergie statt Mais: Bauernpräsident Sonnleitner kämpft gegen den Verlust von Ackerland, auf seinem plant er einen Solarpark.

Sonnleitner klatscht zu Solar

Gerd Sonnleitner hat für seinen Hof die Richtung vorgegeben. (Foto: dpa)

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner ist immer gut für markige Worte. So prangert er bei jeder Gelegenheit den immensen Flächenverbrauch in Bayern an, wo Tag für Tag gut 16 Hektar Land mit neuen Siedlungen, Wohngebieten, Straßen und allen möglichen anderen Bauwerken zugepflastert werden. "Und da sind die vielen ökologischen Ausgleichsflächen nicht mitgezählt, die auch noch anfallen", fügt der Bauernpräsident gerne an. "Auch die gehen zumeist zu Lasten des Ackerlands von uns Bauern." Das dürfe nicht sein.

Ein Umdenken sei dringend geboten. Die Sicherung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen müsse Vorrang haben - für die Politik, aber auch für die Gesellschaft insgesamt. Mit seinem Credo ist Sonnleitner nicht alleine. Vor einem Jahr verabschiedeten die Kreisobmänner des Bauernverbands eine Resolution gegen den massiven Flächenverbrauch.

Was sein eigenes Ackerland anbelangt, nimmt es der Bauernpräsident aber nicht so genau. Im niederbayerischen Ruhstorf an der Rott bewirtschaftet Sonnleitner einen 100-Hektar-Hof. Und wie auf den fetten Ackerböden im Rottal üblich baut Sonnleitner sehr viel Mais an, aber auch Zuckerrüben und etwas Getreide. Nun will sich der Bauernpräsident von elf Hektar Ackerland trennen. Er will es an eine Ingenieurgesellschaft verpachten, die darauf einen Solarpark plant. Auf 8,4 Hektar Ackerland, das entspricht ungefähr zehn Fußballfeldern, so bestätigt der Ruhstorfer Bürgermeister Erwin Hallhuber (SPD), sollen gigantische Solarmodule aufgestellt werden. Ursprünglich sollte der Solarpark sogar 16 Hektar groß werden.

Gutes Geschäft

So ein Solarpark ist ein gewinnbringendes Geschäft - gerade in der aktuellen Agrarkrise, in der sich die Preise für Mais und Getreide gegenüber dem Vorjahr annähernd halbiert haben. Denn der Pachtzins für Solarflächen ist mehr als dreimal so hoch wie der für Ackerland. Dieser Pachtzins beträgt in der Gegend von Ruhstorf ungefähr 600 Euro je Hektar und Jahr. Für jeden Hektar Solarpark werden aber wenigstens 2000 Euro Pacht im Jahr bezahlt. Bei 20 Jahren Laufzeit des Vertrags plus einer Option auf zweimalige Verlängerung um jeweils fünf Jahre, wie sie in der Solarbranche üblich sind, kommt da eine stattliche Summe zusammen. Der Markt Ruhstorf hat das Genehmigungsverfahren für den Solarpark auf den Sonnleitner-Äckern bereits eingeleitet. Sollte es am Ende erfolgreich sein, wären aus elf Hektar fruchtbaren Rottaler Ackerlands ein "Sondergebiet Solarpark" geworden.

Doch das Projekt ist delikat - nicht nur wegen Sonnleitners ständigen Bekenntnissen zum Erhalt der Agrarflächen. Auch planungsrechtlich gibt es Bedenken. Denn so unbestritten der hohe Nutzen von Solarstrom für den Klimaschutz und die Umwelt ist, so einschneidend ist die Veränderung des Landschaftsbilds, das die großen Solarparks mit sich bringen. Vor allem, wenn sie - wie bei Sonnleitner - in bis jetzt völlig freier Landschaft aufgestellt werden sollen. Nach den Richtlinien der Obersten Baubehörde im Innenministerium sind Solarparks denn auch genehmigungsrechtlich nur dann unproblematisch, wenn sie in direktem Anschluss an eine Siedlung oder ein Gewerbegebiet errichtet werden.

Verschiedene Meinungen

Auch bei "Vorbelastungen" der Flächen sind sie möglich, etwa auf aufgelassenen Gewerbegebieten, vormaligen Truppenübungsplätzen oder in der Nähe von Windrädern. Das alles ist aber bei den Flächen des Bauernpräsidenten nicht der Fall. Im Gegenteil: "Das unverbaute Hügelland beim Sonnleitner-Hof ist das letzte naturnahe Naherholungsgebiet hier, der Blick hinüber nach Österreich ist einzigartig", schwärmt Günther Frank, Anwohner und Gründer einer Bürgerinitiative gegen das Projekt. "Wenn da jetzt der Solarpark hinkommt, wird das alles kaputt gemacht."

Ein anderer, der dem Solarpark auch nichts abgewinnen kann, ist Josef Hopper. Hopper ist nicht nur Dritter Bürgermeister von Ruhstorf. Hopper ist Landwirt und Ortsobmann des Bauernverbands. "Ich bin kein Gegner der Sonnenenergie", sagt er. "Aber wir haben so viele minderwertige Flächen, auf die das gut hinpasst." Und deshalb ärgert es Hopper sehr, wenn fruchtbares Ackerland zugebaut wird. Noch mehr ärgert Hopper freilich, dass es ausgerechnet sein Verbandspräsident ist, der so etwas tun will. "Denn gerade Sonnleitner betont doch immer, dass für uns Bauern die Lebensmittelproduktion an erster Stelle steht. Und da muss er ein Vorbild sein." Sonnleitner selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(SZ vom 20.3.2009)

 

Solarpark in Ruhstorf an der Rott ?

PNP (Pocking/Griesbach) vom Donnerstag, 19. März 2009
Protest gegen Solarpark bei Sonnleitner

Sohn des Bauernpräsidenten prüft Möglichkeit, in Solar zu investieren - Bürgerinitiative gegen das Projekt

Von Regina Ehm-Klier.

Ruhstorf. Nach dem Protest gegen die Mobilfunkanlage in Kühweid formiert sich in Ruhstorf die nächste Bürgerinitiative. Diesmal geht es um, besser gegen, einen Solarpark bei Rottersham. Brisant dabei: Der geplante Solarpark liegt nicht nur in der Nähe des Hofes von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner bei Rottersham, er stünde auch auf Sonnleitner-Grund. Allerdings ist der Bauernchef nicht Antragsteller, sondern sein Sohn, dem er das Grundstück auch übertragen will. Insofern sieht sich Gerd Sonnleitner nun einer gewissen »Sippenhaft« ausgesetzt. »Dagegen wehre ich mich«, sagt der oberste deutsche Landwirt.

Initiative will Solar auf großen Dachflächen

Denn gegen das Projekt, »das nur in der Prüfung ist«, betont Gerd Sonnleitner, regt sich heftiger Widerstand. Vor allem aus dem Bereich Amselweg erreichten in den vergangenen Tagen die PNP Leserbriefe. Die Familie Günther und Rita Frank unterstützt von Ev Dann und Klaus Kohmbüchen aus der Nachbarschaft machen Nägel mit Köpfen. Sie gründeten eine Bürgerinitiative und sammeln Unterschriften gegen das Projekt. Viele Argumente gegen das Projekt, das laut Plan rund 16 Hektar groß ist, haben sie gesammelt. Ganz oben auf ihrer Liste aber ist der herrliche Blick, den sie hier, am Amselweg in Ruhstorf genießen: »Schauen Sie, 180 Grad freie Sicht«, schwärmt Günther Frank. Der Blick schweift über die hügelige Landschaft bis hinüber nach Schärding, den Sauwald, im Sonnenschein sind verschneite Bayerwald-Hänge zu sehen. Eine Idylle - wegen der sich auch Ev Dann und Klaus Kohmbüchen für Ruhstorf entschieden haben, für den Amselweg. Sollte sich nun in diesem unverbauten Blickfeld ein Solarpark auftun, »der Wert unserer Häuser ist dahin«, warnt Ev Dann und erinnert daran, dass ja genau diese herrliche Landschaft Menschen aus Ballungszentren nach Niederbayern zieht. Gemeinsam haben sie alle die Sorge, dass es bei diesem einen Solarpark nicht bleiben werde. »Mit welchem Argument wird man es auf dieser Fläche zulassen und auf der nächsten nicht«, fürchten sie, bald nur noch von Solarflächen geblendet zu werden.
Ruhstorf, so sind die Initiatoren überzeugt, sei mit seiner Hügellandschaft einfach nicht geeignet für einen Solarpark. Stattdessen schlagen sie vor, die Dächer der Industriebetriebe und der Niederbayernhalle mit Solarmodulen zu bestücken, »da hätte sogar die Gemeinde etwas davon«, sagt Rita Frank.
Bürgermeister Erich Hallhuber ist, wie er gestern sagt, »seit zwei Tagen damit beschäftigt, Gespräche zu führen«. Denn seit bekannt wurde, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung vergangene Woche das Projekt befürwortet hat, haben die Anwohner ihrem Ärger nicht nur in Briefen, sondern auch im Rathaus Luft gemacht. Hallhuber weiß sehr wohl, dass es sich bei einem Solarpark um »ein zweischneidiges Schwert handelt«. Ganz gleich, wo die Module aufgestellt würden, Diskussionen werde es immer geben. Er hat allerdings den Eindruck, dass es der Initiative darum geht, den Solarpark nur bei sich zu verhindern.
Stimmt nicht, betonen Amselwegler übereinstimmend: »Ruhstorf ist überhaupt nicht geeignet für so ein Projekt. « Die Landschaft sei zu hügelig. »So viel Grün gibt es nicht, dass ein Park dahinter verschwinden könnte«, sagt Klaus Kohmbüchen. In Pocking - wo bereits der erste Solarpark auf dem ehemaligen Bundeswehrpark Strom produziert - sei das wegen der ebenen Lage anders.
Fraglich ist ohnehin, ob der Park jemals gebaut wird. Denn wie Gerd Sonnleitner, Vater des Antragstellers, erklärt, würde sein Sohn lediglich »prüfen lassen, ob er in Solar investiert«. Und ob das Projekt genehmigungsfähig ist. Bislang wurde lediglich die Aufstellung eines Bebauungsplans befürwortet. Hier muss das Landratsamt erst zustimmen, der Flächennutzungsplan geändert werden. Erst dann geht es konkret um das Projekt mit dem Bauantrag. Denn hier handelt es sich nicht um ein priviligiertes Vorhaben im Außenbereich. Die Pläne, so Gerd Sonnleitner gestern, seien längst abgespeckt.

 

20 Prozent alternative
Energie bis 2020

 

Auf rund sechs bis acht Hektar sollen nun die Solarmodule aufgebaut werden, dazu drei bis vier Hektar »Ausgleichsfläche mit viel ökologischer Bepflanzung«, so der Präsident gegenüber der PNP. Josef Hopper, dritter Bürgermeister von Ruhstorf und Landwirt, hatte bei der Gemeinderatssitzung bedauert, dass »wertvollste Ackerflächen« verloren gingen.
Hier erinnert Bauernpräsident Sonnleitner daran, dass der Ausbau erneuerbarer Energien »politisch gewünscht ist«. Bis 2020 sollten 20 Prozent des Energiebedarfs aus alternativen Quellen kommen, sagt Sonnleitner. Und das, was derzeit auf den Weg gebracht sei, »das reicht bei weitem noch nicht«.
Getreide für Biogas, Energiehölzer oder eben Solarparks - »die Entscheidung liegt bei jedem einzelnen«, fasst der Landwirtschaftsfunktionär die Verbandsmeinung zusammen. Und weist auch darauf hin, dass »die Getreidepreise derzeit am Boden sind«. So wundere es nicht, wenn sich Landwirte andere Ertragsmöglichkeiten suchten.
Ob sein Sohn sich diese Einnahmequelle erschließen wird - es ist angesichts des Protests derzeit eher fraglich. So sieht es übrigens selbst der Bauernpräsident.

Lokalteil Pocking: http://www. pnp. de/pocking


Solarpark macht Sonnleitner Ärger

PNP vom 19.03.2009
 

Antrag stammt von Sohn des Bauernverbandspräsidenten

Ruhstorf. In der abgelegenen Idylle bei Ruhstorf ist ein Solarpark geplant. Der Gemeinderat hat die Aufstellung eines Bebauungsplans bereits befürwortet. Doch es regt sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative gegen das Projekt hat sich gegründet. Sie will die Zerstörung der hügeligen Landschaft durch in der Sonne blendende Solarmodule verhindern.
Das Grundstück gehört Bauernpräsident Gerd Sonnleitner. „Noch“, wie er gegenüber der PNP erklärt. Denn er wird die Ackerfläche an seinen Sohn übergeben. Und der überlege „in Solar zu investieren“. Nicht unberechtigt, wie Vater Gerd Sonnleitner auch die Haltung seines Verbands erklärt. Denn erneuerbare Energien sollen gefördert werden, „das ist auch politisch gewünscht“, erinnert Deutschlands oberster Landwirt. Ob sich ein Bauer dafür entscheide, auf Solar, Biogas oder Energiehölzer zu setzen, „ist die Entscheidung jedes Einzelnen“, sagt Sonnleitner, wehrt sich aber gegen „Sippenhaft“.
Doch freilich unterstützt er das Projekt seines Sohnes, das nach ersten Plänen 16 Hektar groß werden sollte, laut Sonnleitner nun aber auf gut zehn Hektar abgespeckt wurde.
Nicht um die Größe des Solarparks kommt es der Initiative „Solarpark Ruhstorf - nein danke“ an. Die Initiatoren befürchten, dass dieser Solarpark nur der Anfang sei: „Wie will man eine Erweiterung verhindern?“, fragt Sprecher Günther Frank. Und dann sei die Idylle mit dem herrlichen unverbauten Blick über sanfte Hügel dahin. - ehm
Link :
Umfrage zum Thema Solarparks :

Link zum Beitrag in Quer (BR) mit dem Titel : Das Geschäft mit der Solarenergie.Auf den BR-online-Button klicken, um zu Quer zu gelangen. BR-Onlinelogo-kl.

 

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